Newsletter Dezember 2020

Was kommt nach Corona?

Corona hat nicht nur das Thema Gesundheit und das  Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) zum Top-Thema gemacht, sondern wird unsere Arbeit in den nächsten Jahren ganz erheblich verändern. Der Umgang mit digitalen Medien, Home Office und Datenschutz dürfte viele Gremien in der nächsten Zeit zunehmend beschäftigen. Siemens, einer der größten privaten Arbeitgeber Deutschlands, stellte im Juli einem großen Teil der Belegschaft in Aussicht, künftig im Schnitt bis zu drei Tage in der Woche von zu Hause aus oder an einem anderen Ort außerhalb des Büros zu arbeiten

Auch viele andere Großunternehmen haben mit den Betriebsräten neue Regelungen vereinbart oder verhandeln gerade Betriebsvereinbarungen „Mobiles Arbeiten“.  Dabei werden u.a. Themen wie „virtuelle Kaffeepausen“ diskutiert, die außerhalb der dienstlichen Telefon- und Videokonferenzen die soziale Anbindung der Kolleginnen und Kollegen fördern sollen. Maßnahmen wie eine Arbeitsüberlastung oder Mehrarbeit im Home Office vermieden werden können sind auch immer wieder Thema.

Die Digitalisierung der Berufswelt ist nicht mehr aufzuhalten, und wurde durch die Pandemie noch beschleunigt. Auch wenn viele Beschäftigte sich schon lange flexible Arbeitszeiten und mehr Home Office wünschen hat mobiles arbeiten auch Kehrseiten. In dem Maße, wie die Zeit für stille, konzentrierte Arbeit im eigenen Heim steigt, wächst auch der Drang nach sozialer Anbindung: „Kreativ oder innovativ ist man dabei nicht“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Nicholas Bloom, „dazu braucht es direkten Austausch, Kollaborationen oder Face-to-Face-Meetings mit Kollegen.“ Bloom ist Professor an der amerikanischen Stanford University und internationaler Fachmann für mobiles arbeiten.

Betriebsräte werden neue Wege finden müssen, wie sie den Kontakt zur Belegschaft aufrechterhalten können. Gut möglich, dass sich auch die Form der BR-Sitzungen, Beschlussfassungen und Betriebsversammlungen ändern werden – mit allen Vor- und Nachteilen. Manche Themen können eben nur in vertraulichen face-to-face treffen diskutiert werden. Die Arbeitgeber dürften mehr Druck machen um Webinare statte Präsenzschulungen zu machen, um Kosten zu sparen.